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19:00 Uhr | 9. Januar | Freitag

Bundeswehr verdoppelt Präsenz an sächsischen Schulen – Friedensallianz warnt vor Militarisierung

Pressemiteilung

Leipzig, November 2025

Eine aktuelle Auswertung von Antworten auf Landtagsanfragen an das Sächsischen Staatsministerium für Kultus zeigt mit erschreckender Klarheit: Die Bundeswehr hat ihre Aktivitäten an sächsischen Schulen innerhalb weniger Jahre mehr als verdoppelt. „Die Analyse der Daten dokumentiert eine systematische Ausweitung militärischer Einflussnahme auf Kinder und Jugendliche - ohne unabhängige Kontrolle, ohne ausgewogene Bildungsangebote und ohne gleichberechtigte Präsenz ziviler Friedensakteure“, erklärt Dr. Lutz Mükke, Sprecher der Schwerter-zu-Pflugscharen-Allianz, einem Zusammenschluss mitteldeutscher Friedensinitiativen. 
 

Zentrale Zahlen der Auswertung
 

1. Verdoppelung der Bundeswehr-Veranstaltungen an Schulen

2020: 212 Veranstaltungen

2024: 451 Veranstaltungen

ein Plus von 113 Prozent.

 

2. Deutlicher Anstieg der erreichten SchülerInnen

2020: ca. 5.800 SchülerInnen

2024: über 12.500 SchülerInnen,

ein Plus von 115 Prozent. 


3. Rekordwerte auch bei Lehrkräften und Schulleitungen/deutlicher Einfluss auf Multiplikatoren im Bildungssystem

Die Teilnahmen von Lehrkräften und Schulleitungen an Bundeswehrinformationsveranstaltungen (häufig mehrtägig) haben sich in den Jahren 2022/23 nahezu verdoppelt, Höchststand 2023: 775 teilnehmende PädagogInnen.

4. Massive Ausweitung der Bundeswehrangebote auf die „Woche der offenen Unternehmen Sachsen – SCHAU REIN!”

5. Keine unabhängige Wirkungskontrolle

Das Land Sachsen betreibt keine systematische, unabhängige Evaluation, wie diese Formate Einstellungen, Urteile oder politische Haltung junger Menschen prägen.


Alarmierende Schieflage

Die Bilanz zeigt: Militärische Angebote wachsen rasant. Schulen öffnen sich dem Militär. Auch PädagogInnen geraten zunehmend in militärnahe Fortbildungslogiken. Dagegen gibt es keine ähnlich strukturellen gesicherten Zugänge für Friedensforschung, Konfliktprävention, zivile Dienste, internationale humanitäre Organisationen oder Friedensinitiativen. “Die Auswertung macht deutlich, was viele Eltern, Bildungsfachleute und Friedensinitiativen seit Jahren fordern: Der schleichenden Militarisierung des Bildungswesens muss Einhalt geboten werden. Schulen dürfen nicht zu Rekrutierungszonen werden und militärische Narrative normalisieren”, sagt Mükke. 

Forderungen der Schwerter-zu-Pflugscharen-Allianz

  • Stopp der Militarisierung an Schulen.
  • Gleichberechtigter, finanziell geförderter Zugang für Friedensfachkräfte - Friedensdienste, Friedensforschung, zivile Konfliktbearbeitung.
  • Unabhängige Evaluation aller Bundeswehr-Schulformate.
  • Transparente Regeln, die Rekrutierungstätigkeiten im Bildungssektor klar ausschließen. Das Bildungssystem darf nicht zum Schauplatz militärischer Nachwuchsgewinnung werden. 
  • Ein Friedensbildungsgesetz, das Bildung vor Militarisierung schützt, Schulen sollten militärfreie Orte sein. 

Die Schwerter-zu-Pflugscharen-Allianz gründete sich 2024. Das Mitgliedernetzwerk besteht aus Vereinen und Initiativen, darunter das Martin-Luther-King-Zentrum Werdau, die Friedensbündnis Kamenz, Leipzig bleibt friedlich!, Frieden wagen, Muldental, Friedenskorn Thiendorf und Planet des Friedens, Bautzen. Mitglieder sind u.a. Harald Brettschneider, Oberkirchenrat i.R. und Mitinitiator der Schwerter-zu-Pflugscharen-Aktion in den 1980er Jahren, Horst Rasch, ehem. Innenminister Sachsens und Gerhard Gey, langjähriger, ehemaliger Landrat. 

Pressekontakt
Dr. Lutz Mükke
Sprecher der Schwerter-zu-Pflugscharen-Allianz
lutzmuekke@web.de

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5. Dezember 2025, 
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